Erste Hilfe bei Sturzunfall - Beurteilung und Ruhigstellung

Stürze sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Verletzungen. Lerne wie du eine Sturz-Person beurteilst und wann Wirbelsäulen-Schutz notwendig ist.

Stürze sind führende Ursache von Unfällen im Arbeitsumfeld und bei älteren Menschen. Ein Sturz kann "einfach aussehen" aber verbergen schwere innere Verletzungen oder Wirbelsäulen-Trauma.

Die Angst vor Überbehandlung sollte nicht dazu führen dass echte Wirbelsäulen-Verletzungen übersehen werden. Im Zweifelsfall: Immobilisierung ist besser.

Sturz-Typen und Risiken

Ebenerdiger Sturz

Häufig - aber nicht harmlos

Sturz aus stehender Position oder beim Laufen. Risiko: abhängig von Person (Alter, Knochen-Qualität) und Aufprall-Oberfläche. Kann verbergen: Frakturen, innere Blutungen, Kopfverletzung.

Sturz in der Höhe

Schwer - große Energie

Sturz von Leiter, Gerüst, Dach. Höhe >3m: sehr hohes Verletzungs-Risiko. Polytrauma häufig. Notfall mit hoher Mortalität/Morbidität.

Sturz auf Treppen

Wirbelsäulen-Risiko

Treppen-Stürze: hohe Energie über Stufen verteilt. Wirbelsäulen-Verletzungen häufig. Kopf-Trauma möglich je nach Position.

Einstürzen (Einsturz-Opfer)

Extrem - Trauma-Belastung

Gebäude-Einsturz oder Trümmer. Massive Verletzungen. Crush-Syndrome möglich. Spezial-Rettung notwendig.

Sturz-Beurteilung nach X-ABCDE

1

Sicherheit prüfen

Ist die Szene sicher? Gibt es Risiken (Elektrizität, Sturz-Gefahren für Helfer)?

2

Reaktion prüfen

Ist die Person bei Bewusstsein? Reagiert sie auf Ansprechen?

3

112 anrufen wenn:

Bewusstlos, Sturz >2m, Kopftrauma sichtbar, Wirbelsäulen-Trauma verdächtigen, Atembeschwerden, sichtbare Blutungen.

4

X-ABCDE durchführen

X (kritische Blutung stillen), A (Atemwege), B (Belüftung), C (Kreislauf), D (Neurologie), E (Erweiterte Untersuchung).

5

Spinal Immobilisierung wenn verdächtig

Verdacht auf Wirbelsäulen-Trauma: Hals-Kragen (C-Spine) anlegen wenn verfügbar, Kopf in Neutral-Position halten, Bewegung minimieren.

6

Transport zum Krankenhaus

Bei ernsten Stürzen: nie selbst fahren. 112 anrufen für professionellen Transport mit Immobilisierung wenn notwendig.

Altersgerechte Reaktion auf Sturz

Kinder (<12 Jahre)

Hohe Resilienz

  • Kinder heilen schneller als Erwachsene
  • Aber Schädel-Frakturen möglich auch bei "einfachen" Stürzen
  • Wirbelsäulen-Verletzungen können verborgen sein
  • Immer ärztliche Bewertung für Kopfstöße

Jugendliche/junge Erwachsene (12-35 Jahre)

Variable Prognose

  • Meist gute Heilungs-Prognose
  • Aber schwere Stürze können zu permanenten Behinderung führen
  • Wirbelsäulen-Verletzungen = Spinal Cord Injury Risiko

Ältere Menschen (>65 Jahre)

Höchstes Risiko

  • Osteoporose = höhere Fraktur-Risiko
  • Kopfverletzung kann zu intrakranieller Blutung führen auch nach "leichtem" Sturz
  • Blutungs-Risiko erhöht wenn auf Antikoagulation
  • Mortalität nach Sturz deutlich höher

Häufige Fehler bei Sturz

NICHT die Person aufstehen lassen ohne Beurteilung - verbergen von Verletzungen möglich!

NICHT Hals bewegen wenn Wirbelsäulen-Trauma möglich - kann zu Querschnittlähmung führen!

NICHT innere Blutungen ignorieren - können über Stunden verschlimmern.

NICHT "wach und orientiert" = "alle OK" - Kopfverletzungen können verzögert sein!

NICHT bei älteren Menschen Stürze verharmlosen - für sie sind kleine Stürze oft sehr ernst!

Häufig gestellte Fragen

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Quellen und wissenschaftliche Grundlagen

  • DGUV Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - Sturz-Unfälle Prävention 2025
  • American College of Surgeons - ATLS, 11. Auflage 2025
  • PHTLS - Prehospital Trauma Life Support, 10. Auflage 2025
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