Welche Schockformen gibt es und wie unterscheiden sich die Schweregrade?

Schock ist nicht gleich Schock. Fünf Formen mit unterschiedlichen Ursachen und Schweregraden erfordern unterschiedliche Maßnahmen.

Schockformen: hypovolämisch (Blutverlust), anaphylaktisch (Allergie), cardiogen (Herzversagen), septisch (Infektion), neurogen (Rückenmarksverletzung). Alle erfordern sofortigen Notruf 112 und Schocklagerung.

Schock ist ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem die Blutversorgung der lebenswichtigen Organe nicht mehr ausreicht. Es gibt fünf Hauptformen, die unterschiedliche Ursachen haben, aber ähnliche Symptome zeigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hypovolämisch: Blut- oder Flüssigkeitsverlust — häufigste Form
  • Anaphylaktisch: schwere allergische Reaktion — Adrenalin
  • Cardiogen: Herz pumpt nicht mehr
  • Septisch: schwere Infektion — Sepsis
  • Neurogen: Rückenmarksverletzung
  • Schweregrade 1–4 bestimmen die Dringlichkeit

Die fünf Schockformen

Hypovolämisch

Volumenmangel

Blut- oder Flüssigkeitsverlust durch Blutungen, Verbrennungen, Dehydration. Häufigste Form.

Anaphylaktisch

Allergie

Schwere allergische Reaktion. Gefäße weiten sich, Blutdruck stürzt ab. Adrenalin-Autoinjektor lebensrettend.

Cardiogen

Herzversagen

Herz pumpt nicht mehr ausreichend. Nach Herzinfarkt oder bei Herzrhythmusstörungen.

Septisch

Infektion

Schwere Infektion führt zu Gefäßerweiterung. Sepsis als Ursache.

Neurogen

Nervensystem

Verletzung des Rückenmarks. Gefäße weiten sich unkontrolliert. Blutdruckabfall ohne Kompensation.

Schweregrade des Schocks

Grad 1 — Kompensiert (<15% Blutverlust)

Herzfrequenz: Leicht erhöht (90–100/min)
Blutdruck: Normal — Körper kompensiert
Bewusstsein: Wach, leicht unruhig

Grad 2 — Kompensiert (15–25%)

Herzfrequenz: Erhöht (100–120/min)
Blutdruck: Systolisch leicht gesenkt
Haut: Blass, kühl, Schweiß

Grad 3 — Dekompensiert (25–35%)

Herzfrequenz: Stark erhöht (>120/min)
Blutdruck: Deutlich gesenkt (syst. <90 mmHg)
Bewusstsein: Verwirrt, apathisch

Grad 4 — Lebensgefährlich (>35%)

Blutdruck: Kaum messbar
Bewusstsein: Bewusstlosigkeit
Atmung: Schnappatmung oder Atemstillstand

Erste Hilfe bei allen Schockformen

1

Notruf 112

Sofort den Rettungsdienst rufen.

2

Ursache behandeln

Blutung stillen, Allergie-Auslöser entfernen.

3

Schocklagerung

Flach hinlegen, Beine 20–30 cm erhöht. Ausnahme: cardiogen (Oberkörper erhöht), neurogen (flach).

4

Wärmeerhalt

Person warmhalten.

5

Atmung überwachen

Bei Atemstillstand sofort Reanimation.

Besonderheiten der einzelnen Formen

Zusätzliche Maßnahmen je nach Schockform:

  • Anaphylaktisch: Adrenalin-Autoinjektor (EpiPen) am Oberschenkel
  • Cardiogen: Oberkörper erhöht lagern
  • Neurogen: nicht Beine hochlagern

Häufig gestellte Fragen

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Quellen und wissenschaftliche Grundlagen

Zuletzt fachlich aktualisiert: 2026-07-21

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