Erste Hilfe bei Fieberkrampf - Erkennung und Notfallmassnahmen

Ein Fieberkrampf ist ein unkontrollierter Krampfanfall ausgelöst durch hohes Fieber. Lerne wie du dein Kind während eines Anfalls schützt - Ruhe und Sicherheit sind essentiell.

Ein Fieberkrampf (Febrilkrampf) ist ein unwillkürlicher Krampfanfall, der durch schnell ansteigendes Fieber (Fieber über 39°C) bei Kleinkindern ausgelöst wird. Typisch tritt er bei Kindern zwischen 6 Monaten und 5 Jahren auf.

Obwohl ein Fieberkrampf erschreckend aussieht, ist er in den meisten Fällen harmlos und hinterlässt keine Hirnschäden. Allerdings erfordern wiederholte oder länger andauernde Anfälle ärztliche Untersuchung.

Die Angst der Eltern ist verständlich - aber ruhiges Verhalten in dieser Situation ist das Wichtigste für das Kind.

Symptome eines Fieberkrampfes

Plötzlich einsetzende Krampfbewegungen

Unkontrollierte Zuckungen an Armen und Beinen, meist symmetrisch. Der Körper wird steif oder zuckt rhythmisch.

Hohes Fieber

Körpertemperatur über 39°C. Oft ist der Anfall das erste Zeichen des Fiebers.

Veränderte Bewusstseinslage

Das Kind kann nicht ansprechbar sein, die Augen verdreht oder teilweise geschlossen. Starrer Blick.

Zungenbeiss

Das Kind kann sich auf die Zunge beissen. Speichel oder leichte Verfärbung möglich.

Urinabgang

Unwillkürlicher Urin- oder Stuhlgang kann vorkommen.

Dauer des Anfalls

Ein einfacher Fieberkrampf dauert normalerweise 30 Sekunden bis 2 Minuten, nie länger als 5 Minuten.

Sofortmassnahmen während des Fieberkrampfes

1

Ruhe bewahren

Der Krampf ist für das Kind in der Regel nicht schmerzhaft. Deine Ruhe beruhigt auch das Kind später. Sprich ruhig zu dem Kind.

2

Kind zu Boden legen

Lege das Kind sofort auf den Boden (nicht auf dem Sofa/Bett) um Sturzgefahr zu vermeiden. Auf der Seite positionieren ist ideal.

3

Sicherheit schaffen

Entferne alle scharfkantigen oder harten Gegenstände aus der unmittelbaren Nähe. Kopf mit Kissen oder weicher Unterlage schützen.

4

Kopf zur Seite drehen

Stelle sicher dass die Atemwege frei sind. Speichel kann ablaufen, Erstickungsgefahr reduzieren.

5

Nichts in den Mund geben

NIEMALS etwas in den Mund stecken - nicht mal den Finger! Das Kind kann sich selbst nicht auf die Zunge beissen (häufiger Irrtum).

6

Zeit notieren

Notiere die genaue Uhrzeit des Krampfanfangs. Dies ist für den Arzt sehr wichtig.

7

112 rufen

Bei erstem Fieberkrampf sofort anrufen. Bei wiederholtem Krampf nach 112 fragen. Dauert der Krampf länger als 5 Min: sofort 112.

Nach dem Fieberkrampf - Die Post-iktale Phase

Häufige Fehler beim Fieberkrampf

NIEMALS kalte Bäder oder Eisbeutel verwenden! Dies kann einen weiteren Krampfanfall auslösen oder den Anfall verstärken - ist medizinisch kontraindiziert (DGUV-Richtlinie).

Das Kind NICHT festhalten oder bei den Krämpfen festhaltend einengen. Dies kann Knochenbrüche verursachen.

NIEMALS etwas zwischen die Zähne stecken. Der Glaube dass das Kind "sich auf die Zunge beisst" ist ein Mythos.

NICHT versuchen den Krampf durch Bewegungen zu stoppen. Das Kind kann nicht verletzt werden, wenn man sicher den Kopf schützt.

Das Kind NICHT in Panik versetzen durch laute Schreie oder Bewegungen.

Altersgerechte Reaktion

Säuglinge (6-12 Monate)

Selten aber möglich

  • Sofort ärztliche Untersuchung notwendig
  • Fiebersenker geben nach Anleitung
  • 112 anrufen bei Verdacht auf Infektion

Kleinkinder (1-3 Jahre)

Häufigste Gruppe

  • Typischer Fieberkrampf in diesem Alter
  • Meist unkompliziert und harmlos
  • Elternschulung und Fiebermanagement wichtig

Vorschulkinder (3-6 Jahre)

Können noch vorkommen

  • Werden seltener mit zunehmendem Alter
  • Immer noch möglich bei hohem Fieber
  • Ärztliche Abklärung der Fieberursache

Häufig gestellte Fragen

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Quellen und wissenschaftliche Grundlagen

  • DGUV Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - Kindernotfall Richtlinien 2025
  • German Resuscitation Council (GRC) - Pädiatrische Reanimation 2025 - https://www.grc-org.de/wissenschaft/leitlinien
  • European Resuscitation Council (ERC) - Paediatric Life Support Guidelines 2025 - https://www.erc.edu/guidelines-2025
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) - S1-Leitlinie Fieberkrampf 2025
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