Notfallplan beim Tauchen – Briefing, Sauerstoff, AED und medizinische Risiken

Ein guter Notfallplan wird vor dem Tauchgang im Briefing besprochen: Wer ruft den Notruf, wer gibt Sauerstoff, wo ist der AED, wer übernimmt Tauchprofil und Buddy-Betreuung.

Diese Inhalte ersetzen keine ärztliche Diagnostik oder tauchmedizinische Ausbildung. Bei Verdacht auf einen Tauchnotfall gilt: Tauchgang beenden, Notruf absetzen, Sauerstoff verabreichen, Betroffenen überwachen und tauchmedizinische Beratung einholen.

Notfall-Schnellablauf Tauchnotfall

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    Tauchgang beenden: Betroffenen aus dem Wasser holen, Tauchgang sofort abbrechen.
  2. 2
    Notruf absetzen: 112 anrufen – Verdacht auf Tauchunfall melden, Druckkammerberatung anfordern.
  3. 3
    100 % Sauerstoff: Sauerstoffgabe als Erste Hilfe nach Leitlage, sofern verfügbar und eingewiesen.
  4. 4
    Betroffenen überwachen: Atmung, Bewusstsein und Vitalzeichen kontinuierlich kontrollieren.
  5. 5
    Tauchmedizinische Beratung: DAN/Taucherarzt über Rettungsleitstelle hinzuziehen.

Warum ein Notfallplan zum Tauchgang gehört

Ein schriftlicher Notfallplan gehört zu jedem organisierten Tauchgang. Er legt fest, wer im Notfall was tut – von der Rettung aus dem Wasser über die Sauerstoffgabe bis zum Notruf. Ein guter Notfallplan wird vor dem Tauchgang im Briefing besprochen, nicht erst im Notfall. Diese Seite gibt eine kompakte Briefing-Checkliste für Tauchgruppen, Vereine, Ausbilder und Tauchleitungen.

Briefing-Checkliste – Ausrüstung und Zuständigkeiten

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    Notfallkoffer

    Wo ist der Notfallkoffer? Ist er vollständig und zugänglich?

  2. 2

    Sauerstoff

    Wo ist die Sauerstoffflasche? Ist sie voll und geprüft?

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    Sauerstoff-Anwender

    Wer kann Sauerstoff sicher anwenden und ist eingewiesen?

  4. 4

    AED

    Wo ist der AED? Ist er zugänglich und einsatzbereit?

  5. 5

    Erste-Hilfe-Kurs

    Wer hat den frischesten Erste-Hilfe-Kurs?

  6. 6

    Medizinisch qualifizierte Person

    Wer ist medizinisch qualifiziert (Rettungsdienst, Pflege, Arzt, Sanitäter, Betriebssanitäter, Feuerwehr)?

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    Notruf

    Wer ruft den Notruf? Hat die Person ein funktionierendes Telefon?

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    Tauchprofil und Zeiten

    Wer übernimmt die Dokumentation von Tauchprofil, Tiefe, Zeit, Gas, Aufstieg, Sicherheitsstopp?

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    Buddy-Betreuung

    Wer betreut den Buddy des Betroffenen?

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    Rettungsdienst-Einweisung

    Wer weist den Rettungsdienst ein und gibt die Adresse durch?

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    Übergabepunkt

    Wo ist der nächste Übergabepunkt für den Rettungsdienst?

  12. 12

    Funkloch

    Gibt es ein Funkloch? Wenn ja: wer geht in Richtung Empfang?

  13. 13

    Adresse und GPS

    Welche Adresse oder GPS-Koordinaten gelten für den Tauchplatz?

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    Anlandestelle

    Wo ist die nächste geeignete Anlandestelle für den Rettungsdienst?

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    Gruppe aus dem Wasser

    Wie wird die restliche Gruppe sicher aus dem Wasser geholt?

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    Vermisster Taucher

    Was passiert bei einem vermissten Taucher? Wer leitet die Suche? Wer alarmiert den Rettungsdienst?

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    Bewusstlosigkeit

    Was passiert bei Bewusstlosigkeit? Wer beginnt die Reanimation? Wer holt den AED?

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    Atemnot

    Was passiert bei Atemnot? Wer gibt Sauerstoff? Wer alarmiert den Notruf?

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    Verdacht auf Dekompressionsunfall

    Was passiert bei Verdacht auf DCS? Wer gibt Sauerstoff? Wer informiert DAN/Taucherarzt über die Leitstelle?

Medizinische Anamnese und Risiken im Briefing

Asthma

Asthma kann Atemnot unter Wasser auslösen und ist ein tauchmedizinisches Risiko.

Diabetes

Diabetes kann Unterzuckerung auslösen – besonders bei Belastung unter Wasser.

Krampfleiden

Ein Krampfleiden kann unter Wasser zu Krampfanfällen führen.

Aktuelle Infekte

Ein akuter Infekt kann den Druckausgleich blockieren und Barotraumen begünstigen.

Medikamente

Manche Medikamente können unter Druck verändert wirken – tauchmedizinisch abklären.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein wesentlicher Risikofaktor für Tauchunfälle.

Vorherige Dekompressionsunfälle

Ein früherer Dekompressionsunfall erhöht das Risiko für erneute Vorfälle.

Schwangerschaft

Schwangerschaft ist eine tauchmedizinische Kontraindikation – nicht tauchen.

Alkohol / Restalkohol

Alkohol und Restalkohol verändern Urteilsvermögen und Kreislauf – nicht tauchen.

Erschöpfung

Erschöpfung erhöht das Risiko für Essoufflement und CO₂-Retention.

Kälteempfindlichkeit

Kälteempfindlichkeit erhöht das Risiko für Hypothermie und Dekompressionsunfälle.

Verantwortungsvoller Umgang mit medizinischen Risiken

Tauchende sollten relevante medizinische Risiken vor dem Tauchgang verantwortungsvoll mit Buddy, Tauchleitung oder medizinisch geeigneter Person besprechen, soweit dies für die Sicherheit erforderlich ist. Das ist keine Zwangs-Offenlegung sensibler Diagnosen, sondern eine Sicherheitsmaßnahme. Niemand sollte sich gedrängt fühlen, intime Diagnosen preiszugeben – aber sicherheitsrelevante Risiken sollten der Tauchleitung oder dem Buddy bekannt sein, damit im Notfall richtig gehandelt werden kann.

Notfallkoffer und Sauerstoff – vor dem Tauchgang prüfen

Vor jedem Tauchgang sollte der Notfallkoffer geprüft werden. Dazu gehören: Verbandsmaterial, Druckverbände, Rettungsdecke, Schere, Einmalhandschuhe und Sauerstoffsystem. Die Sauerstoffflasche muss voll, geprüft und innerhalb des Haltbarkeitszeitraums sein. Der Anwender muss eingewiesen sein. Selbstgebaute oder nicht zugelassene Sauerstoffsysteme dürfen nicht verwendet werden.

  • Sauerstoffflasche vor dem Tauchgang prüfen.
  • Nur eingewiesene Anwender geben Sauerstoff.
  • Keine improvisierten oder selbstgebauten Systeme.

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Quellen und weiterführende Informationen

Kurse und Einweisungen auf Anfrage

Kurse und Einweisungen zu Sauerstoffgabe, AED, Erste Hilfe und Notfallmanagement bei Tauchnotfällen sind auf Anfrage bei Erste Hilfe Guide möglich.

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