Tauchnotfall erkennen – Warnzeichen nach dem Tauchgang

Ein Tauchnotfall kann sich sofort oder erst Stunden nach dem Tauchgang zeigen. Jede neurologische Auffälligkeit, Atemnot, Brustschmerz oder ungewöhnliche Müdigkeit ist ernst zu nehmen – auch leichte Symptome.

Diese Inhalte ersetzen keine ärztliche Diagnostik oder tauchmedizinische Ausbildung. Bei Verdacht auf einen Tauchnotfall gilt: Tauchgang beenden, Notruf absetzen, Sauerstoff verabreichen, Betroffenen überwachen und tauchmedizinische Beratung einholen.

Notfall-Schnellablauf Tauchnotfall

  1. 1
    Tauchgang beenden: Betroffenen aus dem Wasser holen, Tauchgang sofort abbrechen.
  2. 2
    Notruf absetzen: 112 anrufen – Verdacht auf Tauchunfall melden, Druckkammerberatung anfordern.
  3. 3
    100 % Sauerstoff: Sauerstoffgabe als Erste Hilfe nach Leitlage, sofern verfügbar und eingewiesen.
  4. 4
    Betroffenen überwachen: Atmung, Bewusstsein und Vitalzeichen kontinuierlich kontrollieren.
  5. 5
    Tauchmedizinische Beratung: DAN/Taucherarzt über Rettungsleitstelle hinzuziehen.

Was ist ein Tauchnotfall?

Ein Tauchnotfall ist jedes gesundheitliche Ereignis, das während oder nach einem Tauchgang auftritt und auf eine druckbedingte Verletzung, ein Barotrauma, eine Dekompressionskrankheit oder eine arterielle Gasembolie zurückzuführen sein kann. Dazu gehören auch Unfälle und Erkrankungen, die durch Kälte, Überanstrengung oder Vorerkrankungen begünstigt werden. Ein Tauchnotfall ist ein medizinischer Notfall – auch wenn die Symptome zunächst mild wirken.

Warnzeichen direkt nach dem Tauchgang

Bewusstseinsstörung

Verwirrtheit, Benommenheit, Bewusstlosigkeit – besonders in den ersten Minuten nach dem Auftauchen.

Atemnot

Plötzliche Kurzatmigkeit, erschwerte Atmung oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen.

Brustschmerz

Druck, Stechen oder Enge in der Brust – kann auf ein Lungenbarotrauma hindeuten.

Neurologische Ausfälle

Lähmung, Taubheit, Sehstörung, Sprachstörung, Schwindel, einseitige Schwäche.

Hautsymptome

Marmorierung, Juckreiz, Hautausschlag ohne andere erkennbare Ursache.

Gelenk- oder Muskelschmerzen

Schmerzen in Gelenken, Muskeln oder Gliedmaßen, die sich nicht durch Verletzung erklären lassen.

Ungewöhnliche Müdigkeit

Außergewöhnliche Erschöpfung, Antriebslosigkeit, die nicht zur Belastung des Tauchgangs passt.

Warnzeichen verzögert nach Minuten bis Stunden

Verzögerte neurologische Symptome

Lähmung, Taubheit, Sprachstörung oder Sehstörung, die erst Minuten bis Stunden nach dem Tauchgang auftreten.

Späte Schmerzen

Gelenk- oder Muskelschmerzen, die erst nach dem Tauchgang beginnen und nicht durch Verletzung erklärbar sind.

Hautveränderungen

Marmorierung oder Ausschlag, die erst nach der Rückkehr vom Tauchplatz sichtbar werden.

Allmähliche Bewusstseinsstörung

Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Verlangsamung, die sich über Stunden entwickelt.

Dekompressionskrankheit kann sich erst Stunden nach dem Tauchgang manifestieren. Auch scheinbar harmlose Symptome nach dem Tauchen sind ernst zu nehmen.

Warum auch leichte Symptome ernst genommen werden müssen

Leichte Symptome wie Müdigkeit, leichter Schmerz oder ein „Kribbeln" können die ersten Anzeichen einer schweren Dekompressionskrankheit oder arteriellen Gasembolie sein. Wer leichte Symptome ignoriert, verliert wertvolle Zeit für die Sauerstoffgabe und die notfallmedizinische Versorgung. Die GTÜM/AWMF-Leitlinie und DAN empfehlen ausdrücklich, jeden Verdacht auf einen Tauchnotfall ernst zu nehmen und die Rettungsleitstelle zu informieren.

Sofortmaßnahmen bei Verdacht auf Tauchnotfall

  1. 1

    Tauchgang beenden

    Betroffenen aus dem Wasser holen, weiteren Tauchgang sofort abbrechen.

  2. 2

    Notruf 112

    Rettungsdienst rufen, Verdacht auf Tauchunfall melden, Druckkammerberatung über die Leitstelle anfordern.

  3. 3

    100 % Sauerstoff

    Sauerstoffgabe als Erste Hilfe, sofern ein geeignetes System verfügbar ist und der Anwender eingewiesen ist.

  4. 4

    Betroffenen lagern

    Flachlagerung bei wachem Patienten, stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit mit Atmung, Reanimation bei Kreislaufstillstand.

  5. 5

    Wärmeerhalt

    Betroffenen vor Auskühlung schützen, nasse Kleidung entfernen, Rettungsdecke oder Decke verwenden.

  6. 6

    Monitoring

    Atmung, Bewusstsein und Vitalzeichen kontinuierlich überwachen bis der Rettungsdienst eintrifft.

  7. 7

    Tauchdaten bereithalten

    Tauchprofil, Tiefe, Zeit, Gas, Aufstiegsgeschwindigkeit, Sicherheitsstopps und Vorerkrankungen für die Übergabe dokumentieren.

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Quellen und weiterführende Informationen

Kurse und Einweisungen auf Anfrage

Kurse und Einweisungen zu Sauerstoffgabe, AED, Erste Hilfe und Notfallmanagement bei Tauchnotfällen sind auf Anfrage bei Erste Hilfe Guide möglich.

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