Erste Hilfe bei Alkohol-Notfall - Alkoholvergiftung erkennen und handhaben
Schwere Alkoholvergiftung kann tödlich sein. Lerne die Symptome und wie du eine betrunkene Person richtig versorgst.
Eine akute Alkoholvergiftung (Intoxikation) tritt auf wenn der Blutalkohолspiegel (BAC) zu hoch ist. Ab etwa 0,4% BAC wird es lebensbedrohlich - Atemverlangsamung, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit möglich.
Die größte Gefahr: Aspiration von Erbrochenen während Bewusstlosigkeit führt zu Ersticken.
Alkoholvergiftung - Schweregrad nach BAC (Blutalkoholkonzentration)
Mild: BAC 0,08-0,15%
Moderat: BAC 0,15-0,25%
Schwer: BAC 0,25-0,4%
Kritisch/Lebensbedrohlich: BAC >0,4%
Symptome einer akuten Alkoholvergiftung
Atemdepression/Schnappung
Der Atem wird langsamer oder unregelmäßig. Schnappende Atemzüge sind warnsignal.
Bewusstlosigkeit
Die Person weckt nicht auf oder reagiert nicht auf Schmerzreize.
Erbrechen
Besonders gefährlich wenn bewusstlos - Aspiration möglich.
Krampfanfälle
Können bei sehr hohem BAC auftreten.
Kühler Körper (Hypothermie)
Alkohol reduziert Körpertemperatur-Regulation - Gefahr bei Kälte.
Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Alkohol kann Blutzucker senken - kann zu Krampfanfällen führen.
Versorgung eines betrunkenen/alkoholvergifteten Menschen
Sicherheit prüfen
Ist die Person in Sicherheit? Gibt es Gefahren (Verkehr, Wasser)? Im Notfall vom Gefahrenort wegbringen.
Bewusstsein prüfen
Ansprechen, vorsichtig schütteln. Reagiert nicht = Notfall!
112 anrufen wenn:
Bewusstlos, nicht weckbar, Atemprobleme, Krampfanfälle, untypische Symptome (könnte auch Schlaganfall/Diabetes sein).
Stabile Seitenlage
Wenn bewusstlos aber noch atmend: sofort in stabile Seitenlage. Verhindert Aspiration von Erbrochenem.
Wärmeschutz
Bei Kälte: Decke oder Jacke. Aber nicht überheizen - natürliche Wärmequelle.
Blutzucker Unterstützung (optional)
Wenn verfügbar und sicher zu geben: Traubenzucker oder zuckerhaltig Getränk wenn bei Bewusstsein. NICHT wenn bewusstlos (Aspiration)!
Atemwege frei halten
Mund öffnen, Kinn anheben. Zahnprothese wenn vorhanden herausnehmen.
Nachbeobachtung
Immer ein Auge auf die Person halten. Atembewegungen kontrollieren.
Altersgerechte Reaktionen
Adoleszenten (13-18 Jahre)
Besondere Gefahr
- Alkoholvergiftung schlimmer weil Körpergewicht geringer
- BAC steigt schneller als bei Erwachsenen
- Notfall oft unterschätzt - 112 anrufen wenn Symptome
- Oft Peer-Druck: anderen helfen wenn Freund/in betrunken
Junge Erwachsene (18-30 Jahre)
Häufigste Zielgruppe
- Oft Binge-Drinking - schnell viel Alkohol
- Besonders Aspirations-Risiko nachts
- Häufig kombiniert mit anderen Drogen
- Verwechslung mit Drogen-Intoxikation möglich
Ältere Erwachsene (>60 Jahre)
Höhere Mortalität
- Alkoholabbau langsamer - BAC bleibt länger hoch
- Medikationen-Interaktionen möglich
- Höhere Gefahr für Herzrhythmus-Störungen
- Fall-Risiko erhöht - Kopfverletzung möglich
Häufige Fehler bei Alkoholvergiftung
NICHT allein lassen - Aspiration kann schnell vorkommen.
NICHT "aufpäppeln" mit mehr Kaffee/kaltem Wasser - macht nicht nüchtern!
NICHT über kalte/harte Oberfläche legen - Hypothermie-Risiko.
NICHT annehmen "wird schon" - kritische BAC-Level sind nicht immer sichtbar!
NICHT Erbrochenes ignorieren - wenn Atemweg nicht frei kann zu Ersticken führen.
Warnsignale - Wann 112 sofort rufen
- Person ist bewusstlos und nicht weckbar
- Atem ist langsam (<8 Atemzüge/min) oder unregelmäßig
- Person erleidet Krampfanfall
- Blaue Lippen oder Finger (Zyanose)
- Körper ist kalt (Hypothermie)
- Erbrochenes und Person nicht weckbar = Aspiration-Gefahr!
Häufig gestellte Fragen
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Quellen und wissenschaftliche Grundlagen
- DGUV Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - Alkoholvergiftung 2025
- Robert Koch Institut (RKI) - Epidemiologie Alkoholvergiftung 2025
- Giftinformationszentrale - Alkohol-Toxikologie - https://www.giftnotruf.de
- WHO - Global Status Report on Alcohol and Health 2025
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