Erste Hilfe bei Stabile Seitenlage oder Reanimation – die richtige Entscheidung
Bewusstlos mit normaler Atmung: stabile Seitenlage. Keine normale Atmung oder Schnappatmung: Reanimation. So triffst du die Entscheidung.
Soforthilfe bei bewusstloser Person
Reaktion prüfen, Atmung prüfen (max. 10 Sek.). Normale Atmung: stabile Seitenlage. Keine normale Atmung oder Schnappatmung: sofort 112 und reanimieren.
112Bewusstlos mit normaler Atmung: stabile Seitenlage. Keine normale Atmung oder Schnappatmung: sofort Reanimation. Die Entscheidung wird durch zwei Schritte getroffen: 1) Reaktion prüfen – reagiert die Person nicht, ist sie bewusstlos. 2) Atmung prüfen (maximal 10 Sekunden) – atmet sie normal, kommt sie in die stabile Seitenlage. Atmet sie nicht normal oder zeigt Schnappatmung, beginne sofort mit der Reanimation.
Die Entscheidung zwischen stabiler Seitenlage und Reanimation ist eine der wichtigsten in der Ersten Hilfe. Sie wird durch zwei einfache Schritte getroffen: Reaktion prüfen und Atmung prüfen.
Dieser Artikel führt dich durch die Entscheidung und zeigt, welche Faktoren die Wahl beeinflussen – und welche nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Bewusstlos mit normaler Atmung: stabile Seitenlage.
- Keine normale Atmung oder Schnappatmung: sofort Reanimation.
- Reaktion prüfen: Person an den Schultern rütteln und laut ansprechen.
- Atmung prüfen: maximal 10 Sekunden, Brustbewegung beobachten.
- Schnappatmung ist keine normale Atmung – reanimieren!
- Atmung fortlaufend überwachen, bis der Rettungsdienst übernimmt.
Schritt 1: Reaktion prüfen
Rüttle die Person an den Schultern und sprich sie laut an. Reagiert sie nicht – öffnet nicht die Augen, gibt keine Antwort, bewegt sich nicht – ist sie bewusstlos.
Bewusstlosigkeit allein entscheidet noch nicht über Seitenlage oder Reanimation. Erst die Kombination mit der Atmung bestimmt die Maßnahme.
Schritt 2: Atmung prüfen (maximal 10 Sekunden)
Öffne die Atemwege: Kopf überstrecken, Kinn anheben. Prüfe maximal 10 Sekunden, ob die Person normal atmet.
Normale Atmung: regelmäßige Atemzüge, etwa 12–20 pro Minute, gleichmäßiger Rhythmus, sichtbare Brustbewegung.
Keine normale Atmung: keine Atemzüge erkennbar, oder nur Schnappatmung (agonale Atmung) – langsam, unregelmäßig, oft geräuschvoll.
Die Unterscheidung ist entscheidend: Normale Atmung → stabile Seitenlage. Keine normale Atmung → Reanimation.
Entscheidung zur stabilen Seitenlage
Wenn die Person bewusstlos ist und normal atmet, bringe sie in die stabile Seitenlage. Die stabile Seitenlage hält die Atemwege frei und verhindert, dass Erbrochenes oder die Zunge den Atemweg verlegt.
Nach der Lagerung: Atmung fortlaufend überwachen. Wenn die Atmung aufhört oder nicht mehr normal ist, sofort mit der Reanimation beginnen.
Entscheidung zur Reanimation
Wenn die Person bewusstlos ist und nicht normal atmet – also keine Atemzüge oder Schnappatmung – beginne sofort mit der Reanimation. Rufe 112 an und starte mit 30 Thoraxkompressionen und 2 Beatmungen.
Im Zweifel reanimieren: Wenn du nicht sicher bist, ob die Atmung normal ist, werte sie als nicht normal und beginne mit der CPR. Eine unnötige CPR schadet nicht – ein verzögerter Beginn senkt die Überlebenschance.
Besondere Situationen
- Erbrechen: Bei Erbrechen in der Seitenlage den Kopf leicht drehen, damit Erbrochenes abfließen kann. Atemwege freihalten.
- Trauma und Wirbelsäulenverdacht: Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung vorsichtig lagern, wenn möglich mit Unterstützung. Atemweg und Atmung haben Vorrang vor der Wirbelsäulenprotektion.
- Keine Getränke: Bewusstlosen niemals Getränke oder Speisen geben – Erstickungsgefahr.
- Fortlaufende Überwachung: Atmung regelmäßig kontrollieren. Wenn die Atmung aufhört, sofort reanimieren.
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