Erste Hilfe bei Reanimation bei Erwachsenen durchführen

Schritt-für-Schritt-Anleitung zu Notruf, Herzdruckmassage, Beatmung und AED nach den Reanimationsleitlinien 2025.

Soforthilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand

Bewusstlos und keine normale Atmung? Sofort 112 anrufen und mit der Herzdruckmassage beginnen. 30 Kompressionen (5–6 cm tief, 100–120/min), dann 2 Beatmungen. Im Zweifel CPR starten.

112

Reanimation bei Erwachsenen: Eigensicherung, Reaktion prüfen, Notruf 112 früh einleiten, Atemwege öffnen, Atmung maximal 10 Sekunden prüfen. Bei fehlender oder abnormale Atmung sofort mit der Herzdruckmassage beginnen – 30 Kompressionen (5–6 cm tief, 100–120/min, volle Entlastung), dann 2 Beatmungen. Einen AED so früh wie möglich anschließen. CPR fortsetzen, bis der Rettungsdienst übernimmt oder die Person wieder normal atmet.

Die Reanimation bei Erwachsenen folgt einem klaren Algorithmus, der in den ERC-Leitlinien 2025 und GRC-Leitlinien 2025 beschrieben ist. Die Reihenfolge lautet: Prüfen – Rufen – Drücken – Beatmen. Jeder Schritt ist darauf ausgelegt, die Zeit bis zum ersten Kompressionsstoß so kurz wie möglich zu halten.

Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch die Erwachsenenreanimation, zeigt typische Fehler und beantwortet die häufigsten Fragen. Die Inhalte basieren auf den aktuellen Leitlinien und sind für Laienhelfer aufbereitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigensicherung zuerst: Gefahr ausschließen, bevor du die Person berührst.
  • Notruf 112 früh einleiten – Telefon auf Lautsprecher stellen, damit die Leitstelle dich zur CPR anleiten kann (T-CPR).
  • Atmung maximal 10 Sekunden prüfen – Schnappatmung ist keine normale Atmung.
  • 30 Kompressionen (5–6 cm tief, 100–120/min, volle Entlastung), dann 2 Beatmungen.
  • AED so früh wie möglich anschließen – parallel zur CPR.
  • CPR fortsetzen, bis der Rettungsdienst übernimmt oder die Person wieder normal atmet.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1

1. Eigensicherung

Vor dem Helfen die eigene Sicherheit prüfen: Kein Strom, keine Feuerquelle, keine Gefahr durch Verkehr. Nur wenn die Situation sicher ist, zur Person gehen.

2

2. Reaktion prüfen

Person an den Schultern rütteln und laut ansprechen. Reagiert sie nicht, ist sie bewusstlos.

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3. Notruf 112 einleiten

Sofort 112 anrufen oder jemanden dazu anweisen. Telefon auf Lautsprecher stellen, damit die Leitstelle dich zur CPR anleiten kann (Telefonreanimation, T-CPR).

4

4. Atemwege öffnen

Kopf vorsichtig überstrecken, Kinn anheben. Sichtbare Fremdkörper oder Erbrochenes entfernen, wenn erreichbar.

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5. Atmung prüfen

Maximal 10 Sekunden prüfen, ob die Person normal atmet. Brustbewegung beobachten, Atemgeräusche hören. Schnappatmung ist keine normale Atmung.

6

6. Herzdruckmassage beginnen

Handballen in der Mitte des Brustkorbs (zwischen den Brustwarzen) aufsetzen, zweite Hand darüber, Finger verschränken. 5–6 cm tief drücken, 100–120/min, vollständige Entlastung zwischen den Kompressionen.

7

7. Beatmung (30:2)

Nach 30 Kompressionen 2 Beatmungen: Kopf überstrecken, Nase zuhalten, 2 mal beatmen bis sich der Brustkorb hebt. Beatmung nicht möglich? Nur Thoraxkompressionen (Hands-only CPR) durchführen.

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8. AED einsetzen

Parallel zur CPR den AED anbringen und den Sprachanweisungen folgen. Nach Analyse oder Schock sofort CPR fortsetzen.

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9. Helferwechsel

Bei mehreren Helfern alle 2 Minuten die Kompressionen wechseln, um die Qualität zu erhalten. Wechsel in unter 5 Sekunden durchführen.

10

10. Maßnahmen fortsetzen

CPR fortsetzen, bis der Rettungsdienst übernimmt, die Person wieder normal atmet oder ein AED einen Schock abgibt und anschließend CPR anordnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Telefon auf Lautsprecher stellen – die Leitstelle kann dich zur CPR anleiten (T-CPR).
  • Im Zweifel CPR starten. Eine unnötige CPR schadet nicht – ein verzögerter Beginn senkt die Überlebenschance pro Minute um ~10 %.
  • Schnappatmung ist keine normale Atmung. Bei Schnappatmung sofort mit der Reanimation beginnen.
  • Keine Pulskontrolle durch Laien – sie kostet Zeit und ist unzuverlässig.
  • Reine Thoraxkompressionen (Hands-only CPR) sind besser als nichts, wenn du nicht beatmen möchtest.

Typische Fehler

  • Pulskontrolle durch Laien: Kostet wertvolle Zeit und ist unzuverlässig. Stattdessen: Bei Bewusstlosigkeit und fehlender normaler Atmung sofort CPR beginnen.
  • Schocklage bei Herz-Kreislauf-Stillstand: Nicht empfohlen. Die Schocklage ist bei Bewusstlosen mit Atmung (Seitenlage) relevant, nicht bei Reanimation.
  • Langes Suchen nach Vorerkrankungen: Verzögert den Notruf und die CPR. Vorerkrankungen sind für die erste CPR irrelevant.
  • Feste Reanimationsdauer: Es gibt keine feste Zeit, nach der man abbricht. CPR fortsetzen, bis der Rettungsdienst übernimmt oder die Person wieder atmet.
  • Warten auf Hautfarbe oder Pupillenreaktion: Kein Kriterium für Laien. Diese Parameter sind unzuverlässig und kosten Zeit.
  • Unterlassen aus Angst vor Rippenverletzungen: Rippenbrüche können vorkommen und sind kein Grund, die CPR zu stoppen. Sie sind ein Zeichen ausreichender Drucktiefe.
  • Unvollständige Entlastung: Der Brustkorb muss sich nach jeder Kompression vollständig ausdehnen, damit das Herz sich wieder füllen kann.
  • Zu flaches oder zu schnelles Drücken: 5–6 cm Tiefe, 100–120/min. Zu flach oder zu schnell reduziert die Effektivität.

Handposition und Drucktiefe

Setze den Handballen einer Hand in die Mitte des Brustkorbs auf, etwa zwischen den Brustwarzen auf dem Brustbein. Lege die zweite Hand darüber und verschränke die Finger, damit du nicht auf die Rippen drückst. Der Druck erfolgt senkrecht von oben, mit durchgestreckten Armen und dem Körpergewicht.

Die Drucktiefe bei Erwachsenen beträgt 5–6 cm. Nach jeder Kompression muss sich der Brustkorb vollständig ausdehnen, damit das Herz sich wieder mit Blut füllen kann. Die Frequenz liegt bei 100–120 Kompressionen pro Minute.

Verhältnis 30:2 und Alternative ohne Beatmung

Das Standardverhältnis für Laienhelfer bei Erwachsenen ist 30 Kompressionen gefolgt von 2 Beatmungen. Die Beatmung erfolgt durch Kopf überstrecken, Nase zuhalten und 2 mal beatmen, bis sich der Brustkorb hebt.

Kannst oder möchtest du nicht beatmen, führe ausschließlich Thoraxkompressionen durch (Hands-only CPR). Reine Kompressionen sind deutlich wirksamer als gar keine CPR. Die Leitlinien 2025 bestätigen, dass Hands-only CPR für Laien eine akzeptable Alternative ist, besonders wenn keine Ausbildung in der Beatmung vorliegt.

AED und Helferwechsel

Der AED soll so früh wie möglich angeschlossen werden, idealerweise parallel zur laufenden CPR. Der AED gibt Sprachanweisungen und kann auch von ungeübten Laien bedient werden. Nach der Analyse oder einem Schock wird die CPR sofort fortgesetzt.

Bei mehreren Helfern sollte der Helfer an den Kompressionen alle 2 Minuten gewechselt werden, um die Qualität der Herzdruckmassage zu erhalten. Der Wechsel sollte in unter 5 Sekunden erfolgen, um die Unterbrechung minimal zu halten.

CPR bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen

Erwachsene

Ab ca. 8 Jahren oder 25 kg Körpergewicht

  • Drucktiefe: 5–6 cm
  • Verhältnis: 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen
  • Frequenz: 100–120 Kompressionen pro Minute
  • Handflächen übereinander, Arme gestreckt

Kinder

Von etwa 1 Jahr bis 8 Jahren

  • Drucktiefe: 5 cm (oder etwa 1/3 der Brusttiefe)
  • Verhältnis: 15 Kompressionen zu 2 Beatmungen
  • Frequenz: 100–120 Kompressionen pro Minute
  • Eine oder zwei Hände, je nach Größe des Kindes

Säuglinge

Unter ca. 1 Jahr

  • Drucktiefe: 4 cm (oder etwa 1/3 der Brusttiefe)
  • Verhältnis: 15 Kompressionen zu 2 Beatmungen
  • Frequenz: 100–120 Kompressionen pro Minute
  • Technik: Zwei Daumen umschließt den Brustkorb, drücke das Brustbein nach unten

Wann sollte CPR begonnen werden?

Sichere Zeichen eines Herzstillstands

Keine Reaktion: Person antwortet nicht auf Ansprache oder Schmerzreiz
Keine normale Atmung: Keine Atembewegungen oder Atemgeräusche erkennbar
Schnappatmung = HERZSTILLSTAND: Gelegentliche tiefe Atemzüge oder Schnapper sind KEIN Lebenszeichen. Beginne CPR!

Unsichere Zeichen – Im Zweifelsfall CPR starten

Unsichere Atmung: Du bist dir nicht sicher, ob die Person atmet. Im Zweifelsfall: CPR beginnen.
Sehr langsame oder oberflächliche Atmung: Eine Atemfrequenz von unter 6/Minute ist nicht ausreichend.
Fahle Hautfarbe: Kann ein Hinweis auf schlechte Perfusion sein, ist aber allein kein Beweis.

Häufig gestellte Fragen

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Quellen und wissenschaftliche Grundlagen

Zuletzt fachlich aktualisiert: 2025-10-15Redaktion: Redaktion erstehilfe.guide (Fachredaktion Erste Hilfe)

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