Erste Hilfe bei Schockbehandlung - Schock erkennen und richtig handeln
Schock ist ein medizinischer Notfall mit unzureichender Gewebeperfusion. Lerne ihn zu erkennen und die richtige Erste Hilfe zu leisten.
Schock ist ein kritischer Zustand, bei dem die Blutversorgung des Körpers nicht mehr ausreicht, um die lebenswichtigen Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Dies ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall, der sofortige Maßnahmen erfordert.
Je schneller ein Schock erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen für den Patienten. In diesem Artikel erfährst du, wie du die verschiedenen Arten von Schock erkennst, welche Symptome auftreten und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen du ergreifen musst.
Arten von Schock
Hypovolamischer Schock
Volumenmangelschock
Verursacht durch Blut- oder Flüssigkeitsverlust. Häufigste Schockart. Tritt bei schweren Blutungen, Verbrennungen oder Dehydration auf.
Anaphylaktischer Schock
Allergiebedingter Schock
Schwere allergische Reaktion auf Stoffe wie Medikamente, Insektengift oder Nahrungsmittel. Entwickelt sich sehr schnell.
Cardiogener Schock
Herzversagensbedingter Schock
Das Herz pumpt nicht mehr ausreichend Blut. Häufig nach Herzinfarkt, bei Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelerkrankung.
Septischer Schock
Infektionsbedingter Schock
Schwere Infektion führt zu Entzündungsreaktionen im Körper. Tritt bei Sepsis oder schweren Infektionen auf.
Neurogener Schock
Nervensystem-bedingter Schock
Verursacht durch schwere Rückenmarksverletzungen im Hals- oder Brustbereich. Führt zu massivem Blutdruck-Abfall.
Symptome von Schock
Klassische Schock-Symptome
Frühe Zeichen (Stadium 1-2)
Späte Zeichen (Stadium 3-4)
Sofortmaßnahmen - Schockbehandlung
Notruf 112 absetzen
Sofort den Notruf wählen und um medizinische Hilfe bitten
Patient lagern
In Schockposition bringen: auf den Rücken legen, Beine hochlagern (Fuß der Ebene 20-30 cm höher als Kopf)
Enganliegende Kleidung lockern
Enge Kleidung, Gürtel, Krawatte entfernen, um Druck auf Bauch und Brust zu vermeiden
Temperatur regulieren
Patient mit Decke oder Rettungsdecke warmhalten, aber nicht zu heiß lagern
Beruhigung und Betreuung
Mit ruhiger Stimme mit dem Patienten sprechen, kontinuierliche Betreuung bis Notarzt eintrifft
NICHT zu trinken geben
Kein Essen, keine Flüssigkeiten. Mund befeuchten wenn möglich
Atmung kontrollieren
Regelmäßig Atmung kontrollieren. Bei Atemstillstand sofort mit Reanimation beginnen
Häufige Fehler (NICHT TUN)
Flüssigkeiten oder Essen geben
Beine hochlagern bei Kopf-, Brust- oder Bauchverletzung (Ausnahme: hypovolamischer Schock)
Patient zu aggressiv bewegen oder ruckartiger lagern
Patient allein lassen während Schock-Behandlung
Zu lange auf ärztliche Hilfe warten, zu spät Notruf absetzen
Hinweise für verschiedene Personengruppen
Privatpersonen
Ohne medizinische Ausbildung
- Notruf 112 absetzen
- Patienten lagern und warmhalten
- Laufend kontrollieren ob Atmung und Bewusstsein vorhanden sind
- Bei Atemstillstand Reanimation beginnen
Betriebliche Ersthelfer
Mit Erste-Hilfe-Ausbildung
- X-ABCDE-Schema durchführen
- Blutungsquellen identifizieren und kontrollieren
- Anaphylaxie ausschließen und ggf. Adrenalin-Auto-Injector verabreichen
- Lagerung nach Verletzungsart adaptieren
Medizinisches Fachpersonal
Ärzte und Rettungssanitäter
- Schockart differenzieren
- Intravenöse Zugänge legen und Flüssigkeitsersatz durchführen
- Vitalzeichen kontinuierlich überwachen
- Gegebenenfalls Medikamente verabreichen (Adrenalin, Vasopressoren)
Monitoring und Überwachung
Überwache den Patienten kontinuierlich bis professionelle medizinische Hilfe eintrifft. Kontrolliere regelmäßig: Bewusstseinslage, Atmung, Hautfarbe und Temperatur. Beende die Schockbehandlung erst wenn Notarzt oder Rettungsdienst den Patienten übernommen hat.
- Regelmäßig ansprechen und auf Reaktion prüfen
- Sichtbar und spürbar, normale Atemfrequenz 12-20 pro Minute
- Auf Blässe, Feuchtigkeit und Kälte prüfen (Schockzeichen)
- Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: stabile Seitenlage. Ohne Atmung: sofort CPR.
Häufig gestellte Fragen
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Wenn der Patient in Schock Atemstillstand entwickelt, ist CPR erforderlich.
X-ABCDE-Schema
Systematische Notfallbeurteilung für alle Notfallpatienten.
Quellen und wissenschaftliche Grundlagen
- European Resuscitation Council (ERC) Guidelines 2025 - https://www.erc.edu/guidelines-2025
- German Resuscitation Council (GRC) Leitlinien 2025 - https://www.grc-org.de/wissenschaft/leitlinien
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) - S3-Leitlinie Polytrauma 2025
- ILCOR CoSTR 2025 - https://www.ilcor.org/costr
- PHTLS - Prehospital Trauma Life Support, 10. Auflage 2025
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