Erste Hilfe bei CPR durchführen - Herz-Lungen-Wiederbelebung
Schritt für Schritt die lebensrettende Herz-Lungen-Wiederbelebung nach aktuellen ERC-Leitlinien 2025.
Die Überlebenschance bei Herz-Kreislauf-Stillstand sinkt mit jeder Minute um etwa 10 %. Bystander-CPR kann die Überlebenschance verdoppeln bis verdreifachen. Jeder Mensch kann Wiederbelebung durchführen - medizinische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die moderne CPR konzentriert sich auf effektive Herzdruckmassage mit minimalen Unterbrechungen. Beatmung ist wichtig, aber Thoraxkompressionen sind die oberste Priorität. Nach aktuellem Standard gilt: „Push hard, push fast" mit einer Frequenz von 100-120 Kompressionen pro Minute.
Warum ist CPR so wichtig?
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand fließt kein sauerstoffreiches Blut mehr ins Gehirn. Bereits nach 4-6 Minuten entstehen irreversible Hirnschäden. Die CPR erhält durch Herzdruckmassage eine minimale Durchblutung aufrecht, bis der natürliche Herzrhythmus wiederhergestellt werden kann.
Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig: Sofortige Bystander-CPR verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance. Daher ist es wichtig, nicht zu zögern oder zu warten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Jede Kompression zählt.
Prüfen - Rufen - Drücken
Sicherheit prüfen
Stelle sicher, dass für dich und den Patienten keine Gefahr besteht. Ist ein Stromschlag möglich? Liegt der Patient auf der Straße mit Verkehr?
Reaktion prüfen
Schüttle den Patienten an den Schultern und rufe laut: „Hallo, können Sie mich hören?" Reagiert er nicht, ist er bewusstlos.
Sofort 112 anrufen
Rufe sofort die Notrufnummer an oder veranlasse jemanden dazu. Nenne den Ort und beschreibe die Lage kurz.
Atemwege öffnen
Überstrecke den Kopf des Patienten leicht und hebe das Kinn an. Damit werden die Atemwege geöffnet. Mund-Rachenraum nur bei begründetem Verdacht inspizieren (sichtbarer Fremdkörper, Vorfall beim Essen).
Atmung prüfen
Schaue, ob die Brust sich hebt. Höre auf Atemgeräusche. Prüfe maximal 10 Sekunden. Schnappatmung zählt als KEINE normale Atmung!
30 Thoraxkompressionen
Lege die Handflächen übereinander auf die Mitte der Brust, zwischen den Brustwarzen. Drücke mit ausgestreckten Armen mindestens 5-6 cm tief ein. Tempo: 100-120 Kompressionen pro Minute (etwa im Takt des Lieds „Staying Alive").
2 Beatmungen geben
Nach 30 Kompressionen: Neige den Kopf zurück, hebe das Kinn an. Klemme die Nase zu, setze deinen Mund auf seinen Mund. Blase zweimal fest hinein, bis sich die Brust hebt. Achte auf den Atemstrom.
Rhythmus fortsetzen
Wiederhole 30 Kompressionen und 2 Beatmungen so lange, bis Rettungskräfte eintreffen oder der Patient anfängt zu atmen. Mache keine längeren Pausen als nötig.
AED anschließen
Sobald ein Defibrillator verfügbar ist, schließe ihn an. Folge seinen Anweisungen. Unterbreche die CPR nur kurz für die Rhythmusanalyse.
Wichtige Hinweise zur CPR
- Gib nicht auf! Fahre mit der CPR fort, bis Rettungskräfte eintreffen, der Patient atmet, oder du physisch erschöpft bist.
- Wechsel alle 2 Minuten den Helfer ab, wenn möglich. Die Druckqualität lässt schnell nach. Dies ist kein Zeichen von Schwäche, sondern notwendig zur Optimierung.
- Unterbreche die Kompressionen nicht länger als 10 Sekunden - nur für Beatmung, Rhythmusanalyse oder Patientenverschiebung.
- Rippenfrakturen können vorkommen und sind akzeptabel. Besser eine Rippe brechen als gar nicht drücken. Es gibt keine CPR-Verletzung, die schlimmer ist als der Herzstillstand.
- Bei Unsicherheit zur Beatmung: Nur Thoraxkompressionen durchführen ist besser als gar nicht zu handeln.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Zu wenig Drucktiefe: Viele drücken nur 2-3 cm ein. Ziel: 5-6 cm. Das ist tiefer als es aussieht!
Zu langsame Kompressionen: < 100/min ist unwirksam. Nutze ein Lied als Orientierung.
Kopf überextenden: Nur leicht den Kopf neigen. Extrem überstreckte Position behindert die Beatmung.
Zu früh aufhören: Viele stoppen, wenn der Patient nicht sofort reagiert. CPR fortsetzen bis Rettungskräfte eintreffen!
Zu viel Beatmung: Mehr als 2 Beatmungen pro 30 Kompressionen reduziert die Durchblutung. Weniger ist oft mehr.
Kompressionen unterbrechen: Jede Pause senkt die Überlebenschance deutlich.
CPR bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen
Erwachsene
Ab ca. 8 Jahren oder 25 kg Körpergewicht
- Drucktiefe: 5-6 cm
- Verhältnis: 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen
- Frequenz: 100-120 Kompressionen pro Minute
- Handflächen übereinander, Arme gestreckt
Kinder
Von etwa 1 Jahr bis 8 Jahren
- Drucktiefe: 5 cm (oder etwa 1/3 der Brusttiefe)
- Verhältnis: 15 Kompressionen zu 2 Beatmungen
- Frequenz: 100-120 Kompressionen pro Minute
- Eine oder zwei Hände, je nach Größe des Kindes
Säuglinge
Unter ca. 1 Jahr
- Drucktiefe: 4 cm (oder etwa 1/3 der Brusttiefe)
- Verhältnis: 15 Kompressionen zu 2 Beatmungen
- Frequenz: 100-120 Kompressionen pro Minute
- Technik: Zwei Daumen umschließt den Brustkorb, drücke die Brustbein nach unten
Wann sollte CPR begonnen werden?
Sichere Zeichen eines Herzstillstands
Unsichere Zeichen - Im Zweifelsfall CPR starten
Häufig gestellte Fragen
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Quellen und wissenschaftliche Grundlagen
- European Resuscitation Council (ERC) Guidelines 2025 - https://www.erc.edu/guidelines-2025
- German Resuscitation Council (GRC) Leitlinien 2025 - https://www.grc-org.de/wissenschaft/leitlinien
- ILCOR CoSTR 2025 - https://www.ilcor.org/costr
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) - Reanimation 2025
- DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) - Erste Hilfe 2025
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