Reanimation & AED

Herz-Kreislauf-Stillstand erkennen, Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen, AED einsetzen – alles nach den aktuellen ERC/GRC-Leitlinien 2025.

Soforthilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand

Wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet: Sofort 112 anrufen und mit der Herzdruckmassage beginnen. Jede Minute ohne CPR verringert die Überlebenschance um etwa 10 %.

112

Was du hier lernst

  • Herz-Kreislauf-Stillstand sicher erkennen
  • Den Notruf 112 korrekt absetzen und Telefonreanimation (T-CPR) nutzen
  • Herzdruckmassage und Beatmung im 30:2-Rhythmus durchführen
  • Einen AED korrekt und sicher anwenden
  • Unterschiede zwischen Erwachsenen- und Kinderreanimation kennen
  • Besondere Reanimationssituationen einordnen
  • Das richtige Verhalten nach einer Reanimation kennen

Themen in diesem Bereich

Jedes Jahr erleiden in Deutschland über 70.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses. Nur etwa 8–10 % überleben – obwohl sofortige Laienreanimation die Überlebenschance verdoppeln bis verdreifachen kann.

Dieser Bereich ist die zentrale Übersicht für alle Themen rund um Reanimation und AED. Er deckt ab: Herz-Kreislauf-Stillstand erkennen, Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) durchführen, Beatmung, AED-Anwendung, Reanimation nach Altersgruppen, besondere Reanimationssituationen und das Verhalten nach einer Reanimation.

Alle Inhalte basieren auf den aktuellen ERC/GRC-Leitlinien 2025. Die detaillierten Anleitungen findest du in den verlinkten Fachartikeln.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sofort handeln: Jede Minute ohne CPR verringert die Überlebenschance um ~10 %.
  • Prüfen – Rufen – Drücken – Beatmen: Der Grundalgorithmus bleibt unverändert.
  • 30 Kompressionen, 2 Beatmungen – im Rhythmus von 100–120/min.
  • AED so früh wie möglich anschließen, parallel zur CPR.
  • Telefonreanimation (T-CPR): Die Leitstelle führt dich am Telefon.
  • Im Zweifel CPR starten – lieber einmal zu viel als zu wenig.

Herz-Kreislauf-Stillstand erkennen

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand liegt vor, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmt. Agonale Atmung (Schnappatmung) ist keine normale Atmung und bedeutet ebenfalls Stillstand.

Die Prüfung darf maximal 10 Sekunden dauern: Person an den Schultern rütteln und laut ansprechen. Reagiert sie nicht, die Atmung prüfen. Keine oder keine normale Atmung = sofort mit der Reanimation beginnen.

Details zum Erkennen und den ersten Schritten findest du im Artikel Herz-Kreislauf-Stillstand.

Reanimation (CPR) und Beatmung

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung besteht aus Herzdruckmassage und Beatmung im Wechsel von 30:2. Die Kompressionen erfolgen in der Mitte des Brustkorbs, 5–6 cm tief, mit 100–120 Kompressionen pro Minute und vollständiger Entlastung zwischen den Stößen.

Die Beatmung erfolgt durch Kopf überstrecken, Kinn anheben, Nase zuhalten und 2 mal beatmen, bis sich der Brustkorb hebt. Kannst oder willst du nicht beatmen, führe zumindest die Herzdruckmassage (Hands-only CPR) durch.

Die detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Artikel CPR und Reanimation.

AED-Anwendung

Der AED (Automatisierter Externer Defibrillator) analysiert den Herzrhythmus und gibt bei Bedarf einen Stromstoß ab. Er soll so früh wie möglich angeschlossen werden – idealerweise parallel zur laufenden CPR.

Der AED gibt Sprachanweisungen und kann auch von ungeübten Laien bedient werden. Nach der Analyse oder einem Schock wird die CPR sofort fortgesetzt.

Die vollständige Anleitung zur AED-Anwendung findest du im separaten Artikel.

Reanimation nach Altersgruppen

Die Reanimation unterscheidet sich leicht nach Alter:

Bei Erwachsenen gilt 30:2 (30 Kompressionen, 2 Beatmungen). Bei Kindern gilt für Laienhelfer ebenfalls 30:2, für professionelle Helfer im Zwei-Helfer-Team 15:2. Die Drucktiefe beträgt bei Kindern etwa 5 cm bzw. ein Drittel der Brustkorbtiefe.

Bei Kindern ist die häufigste Ursache des Stillstands respiratorisch – die Beatmung hat hier ein höheres Gewicht. Die Frequenz bleibt bei 100–120/min für alle Altersgruppen.

Die detaillierte Kinderreanimation ist im Artikel zur Kinderreanimation beschrieben.

Besondere Reanimationssituationen

Einige Situationen erfordern besondere Maßnahmen:

Ertrinken: 5 initiale Beatmungen vor Beginn der Kompressionen, dann 30:2.

Trauma: Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung – Atemwege vorsichtig öffnen (Esmarch-Handgriff oder vorsichtige Kopfüberstreckung nur wenn nötig).

Hypothermie: Mild hypotherme Patienten können länger reanimiert werden – CPR fortsetzen bis zur Übergabe an den Rettungsdienst.

Schwangerschaft: Bei fortgeschrittener Schwangerschaft den Uterus nach links lateral lagern oder manuell displazieren, um die Vena-cava-Kompression zu mindern.

Diese Situationen erfordern in der Regel die Unterstützung des Rettungsdienstes – frühzeitig 112 rufen.

Verhalten nach einer Reanimation

Sobald die Person wieder atmet: In die stabile Seitenlage bringen und kontinuierlich die Atmung kontrollieren.

Nach einem AED-Schock: Sofort mit der CPR fortfahren, auch wenn die Person bereits reagiert – der AED gibt Anweisung zum Abbrechen.

Bis der Rettungsdienst übernimmt: Person warm halten, beruhigen und beobachten. Keine Speisen oder Getränke geben.

Ist die Person nicht wiederbelebt worden: CPR ohne Unterbrechung fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft oder ein AED angeschlossen ist.

Häufig gestellte Fragen

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Quellen und wissenschaftliche Grundlagen

Zuletzt fachlich aktualisiert: 2025-10-15Redaktion: Redaktion erstehilfe.guide (Fachredaktion Erste Hilfe)

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